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Simon Kindler im Interview zu Sound Balance

Simon Kindler im Interview zu Sound Balance

30.03.2021 – Simon Kindler begann seine Laufbahn 2002 mit einer Ausbildung zum Technischen Zeichner in der Automobilindustrie. Heute ist er als Team Lead Concept & Industrial Design bei HYVE – The INNOVATION COMPANY u.a. verantwortlich für die Gestaltung von Sound Balance, dem innovativen Raumakustik-System von SIGEL. Im SIGEL Interview erfahren wir, warum er Designer wurde und wie Sound Balance für eine bessere Arbeitsatmosphäre sorgt.

Wofür steht HYVE und warum passen Sie zu SIGEL?

Unser Slogan lautet “We explore and empower the new.” Wir begleiten unsere Kunden dabei innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die wirklichen Nutzen stiften und am Markt erfolgreich sind. Wir passen gut zu SIGEL, da es die Prämisse des Projekts war, das Thema Raumakustik völlig neu zu denken und mittels Design- und Innovationsprozessen neue Lösungen zu kreieren.
 

Welchen Gestaltungsansatz verfolgen Sie?

Grundsätzlich verfolgen wir einen offenen, kollaborativen Prozess. Konkret heißt das, dass wir im Optimalfall frühzeitig alle Stakeholder an einen Tisch holen, sowie Feedback von Experten und Kunden einholen – sehr wichtig, gerade bei dem Thema Akustik. Dieses Wissen hilft uns, Produkte zu gestalten, die funktional, ästhetisch sowie kostenseitig abbildbar sind. Außerdem beginnen wir den Prozess mit Fokus auf Kundenbedürfnisse, anstatt direkt mit einem konkreten Produktbriefing zu beginnen, erst das gibt uns die Chance nach neuen Möglichkeiten Ausschau zu halten.

"Grundsätzlich verfolgen wir einen offenen, kollaborativen Prozess. Konkret heißt das, dass wir im Optimalfall frühzeitig alle Stakeholder an einen Tisch holen, sowie Feedback von Experten und Kunden einholen."

Welche Produkte gestalten Sie am liebsten?

Es gibt Designer, die eine bestimmte Produktkategorie bevorzugen, beispielsweise Fahrräder, Haushaltsgeräte oder Möbel. Daneben gibt es Designer, die gerne an unterschiedlichen Themenstellungen arbeiten und eher Prozess-motiviert sind. Ich zähle mich zur zweiten Gruppe, da ich die verschiedenen Phasen und Facetten des Designprozesses sehr schätze – am besten mit immer wieder neuen Aufgaben und Challenges.
 

Was genau verstehen Sie unter „Prozess-motiviert“?

Bei klassischen Designagenturen geht es um Formen, Farben und Trends, das was man im Volksmund als „Design“ bezeichnen würde. Bei HYVE denken wir im ersten Schritt noch nicht an das Produkt, sondern erstmal an die generelle Fragestellung, wie zum Beispiel: „Wie verbessern wir Raumakustik? Welche Faktoren beeinflussen die Akustik?“. Dabei muss die Antwort darauf gar kein physisches Produkt sein, sondern vielleicht auch eine App, die mir Vorschläge gibt, wie ich meine Büroakustik verbessern kann. Eine interessante Problemstellung ist für mich das bessere Briefing und eröffnet ganz andere Lösungs-Perspektiven, als der direkte Sprung zum Produkt.
 

Welche Designer waren bzw. sind Ihre Vorbilder?

Yves Béhar – der mit seiner Firma „fuseproject“ Design fusioniert mit starkem Branding, Business Modeling und User Experience.
Elon Musk – für seine Visionskraft, Coolness und den Antrieb, Konzepte auch umzusetzen. Zwar kein Designer im herkömmlichen Sinne, aber ziemlich sicher ein „Gestalter“ unserer Gegenwart und Zukunft.

"Eine interessante Problemstellung ist für mich das bessere Briefing und eröffnet ganz andere Lösungs-Perspektiven, als der direkte Sprung zum Produkt."

Lassen Sie uns über die SIGEL Raumakustik-Lösung sprechen. Welchen Hintergrund hat Sound Balance?

Alles begann mit dem Verständnis von Schall, Lärm und Störquellen allgemein. Das hat viel mit Physik, menschlicher Wahrnehmung, Architektur und Bürokonstellationen zu tun. Dabei stand stets der Leistungsanspruch im Vordergrund, tatsächlich wirksame Produkte zu entwickeln, die gute Schallabsorptionswerte haben.

Ein anderer großer Einfluss waren neuartige Arbeitsumgebungen, die anders strukturiert sind als die alten Großraumbüros und damit auch nach neuen flexiblen und funktionalen Designs verlangen. Die SIGEL Akustiklösung stellt ein Portfolio an hochwirksamen Raumakustikprodukten dar, die sich perfekt in moderne Arbeitsumgebungen und unterschiedlichste Raumaufteilungen und Setups integrieren lassen, sehr flexibel und nicht nur starr montiert.
 

Gibt es bestimmte Dinge, Funktionen, Formen, die Sie zum Design von Sound Balance inspiriert haben?

Gestaltungsprägend war auf jeden Fall der Produktkontext: Ziel war die gestalterische Integration in moderne Arbeitsumgebungen. Deswegen haben wir mit klaren Linien, hochwertigen Stoffen und Pastellfarbtönen gearbeitet. Wir wussten von Anfang an, dass von den Produkten viel Fläche und Platz belegt wird, daher sollten die Objekte einen ruhigen Charakter haben und nicht nach Aufmerksamkeit schreien.

Sound Balance Wandelemente Detail
Sound Balance Wandelemente und Raumelemente Detail

Wie unterstützt Sound Balance agiles Arbeiten und New Work?

Um eine gute Schallabsorption zu erreichen, muss man einiges an Fläche mit entsprechendem Material ausstatten. Unsere Idee war dabei, diese Fläche nicht als „verloren“ zu sehen, sondern als Nutzfläche – beispielsweise für kinderleicht montierbare Add-ons wie Schreibtafeln, Flipcharthalter etc. Der Hauptaspekt der Linie bleibt aber die Schallabsorption, gerade in Open Workspaces ist eine ordentliche Raumakustik unabdingbar.
 

Wie unterscheiden sich die neuartigen Arbeitsumgebungen von bisherigen?

Hauptsächlich durch die Neuaufteilung und Neunutzung von Arbeitsflächen: Aus Großraumbüros mit einzelnen Arbeitsboxen werden Open Workspaces und Gruppenbüros. Aus starren Aufteilungen werden flexible Konzepte. Deswegen haben wir uns zum Beispiel bei Sound Balance akustisch wirksame Stellwände überlegt, die auch flexibel einsetzbar sind – in unterschiedlichsten Raumkonstellationen. 

"Aus Großraumbüros mit einzelnen Arbeitsboxen werden Open Workspaces und Gruppenbüros. Aus starren Aufteilungen werden flexible Konzepte."

Stichwort „Innovation“. In welcher Weise beschleunigen agile Arbeitsmethoden die Entwicklung innovativer Ideen?

Neue Prozesse und Arbeitsweisen sind der Schlüssel, um die Entwicklungsgeschwindigkeit überhaupt zu erreichen. Eine Idee muss möglichst früh getestet werden, bevor zu lange in die falsche Richtung entwickelt wird. Es spielt sich alles mehr in iterativen Schleifen und Sprints ab als in traditionellen, linearen Wasserfallprozessen.
 

Es braucht Mut, um neue Wege zu beschreiten, die zu radikaler Innovation führen. Warum fehlt es vielen an dem nötigen Mut? 

Am Ende bedeutet Innovation immer, die Dinge auch umzusetzen. Die besten Ideen und Konzepte bringen nichts, wenn sie nur Theorie bleiben. Gerade aber die Umsetzung bringt die meisten Probleme, da neue Ideen meist mit etablierten Lösungen verglichen werden. Allerdings kann man von einem jungen Trieb nicht die Ernte eines reifen Baumes erwarten. Daher erfordert es Mut, Innovationen auf den Markt zu bringen, durchzuziehen und nicht in unzähligen Entscheidungsgremien zu verschleppen und zu verwässern. Das ist auch der Grund warum die Innovationskultur in Unternehmen wichtiger ist als theoretisches Methodikwissen.
 

Innovation made in Germany – Wie gut ist Deutschland Ihrer Meinung nach hinsichtlich seiner Innovationskraft aufgestellt? 

Deutschland hat in der Vergangenheit große Innovationen in die Welt gebracht, die die Basis unserer heutigen, erfolgreichen Wirtschaftslandschaft bilden. Doch dieser Erfolg macht es umso schwieriger, die nächsten großen Themen anzugehen und sich nicht auf vergangenen Errungenschaften auszuruhen. Deutschland und auch Europa sind gerade auf der Suche nach der eigenen Innovationsidentität. Die richtige Positionierung zwischen den zwei großen Innovationskulturen – USA, insbesondere Silicon Valley und China. Wir sollten dabei nicht in Versuchung geraten, die Erfolgsrezepte der anderen globalen Player eins zu eins zu kopieren, sondern vor allem unsere eigenen, europäischen Stärken und Werte in den Vordergrund stellen. Beispielsweise Diversität, Nachhaltigkeit oder auch Humanismus, das sind alles wichtige Themen für die Welt von morgen.

Vielen Dank für das Interview.

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Mit Sound Balance bieten wir ein durchdachtes Akustik-System für Ihr Büro, das seine Wirkung im Zusammenspiel entfaltet. SIGEL Sound Balance ist leicht nachzurüsten, einfach in der Montage, sehr flexibel und entsprechend vielseitig kombinierbar.