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Design Thinking oder klassisches Projektmanagement? Beides.

Design Thinking oder klassisches Projektmanagement? Beides.

07.07.2021 – Marina Renner ist die SIGEL Produktmanagerin für das innovative Office System Move it. Wir haben sie für den Blog befragt, wie die agile Arbeitsmethode „Design Thinking“ unterstützen kann, Produktinnovationen zu entwickeln und wie der Entstehungsprozess im speziellen Fall von Move it vollzogen wurde.

Was ändert sich für die Produktentwicklung durch die Design Thinking Methode?

Bei Design Thinking steht das Prototyping im Mittelpunkt. Im Rahmen dessen gibt es die Möglichkeit, das Produkt immer wieder auf die Kundenbedürfnisse hin zu prüfen und ggf. auch einen Schritt zurückzugehen.

Agiles Projektmanagement ist nicht unbedingt etwas komplett Neues, sondern viele von den Methoden sind auch Best Practice aus dem klassischen Projektmanagement und sind so über die Jahre verbessert, weiterentwickelt und zu eigenen Methoden geworden. Wir kombinieren also die Methode des klassischen und des agilen Projektmanagements. Im klassischen Projektmanagement gibt es wichtige Eckpfeiler, wie Meilensteine und deren Freigabe. Das ist für uns das übergeordnete Dach und eine hilfreiche Struktur. Dazu kommt das neue Design Thinking, sozusagen ein weiterer Methodenkoffer, mit dem sich die Meilensteine schneller und flexibler erreichen lassen.

Bei der Entwicklung des Office Systems Move it war es so, dass wir im Prototyping festgestellt haben, dass die Funktionalität noch nicht gestimmt hat. Also sind wir einen Schritt zurückgegangen, haben uns noch mal gefragt, was der Kunde genau braucht und es direkt mit Kunden und anhand des Prototypen besprochen. Mit den geschärften Kundenbedürfnissen konnten wir das Konzept überarbeiten.
 

Inwieweit hilft Design Thinking Innovations- und Optimierungspotenzial zu entwickeln?

Durch Design Thinking haben wir die in der Produktentwicklung benötigte Flexibilität, auf Änderungen zu reagieren. Die Methoden des Design Thinking helfen uns, das Produkt optimal zu entwickeln, indem wir auch in der Prototypen-Phase immer wieder einen oder zwei Schritte zurück gehen (können), um das Konzept zu überprüfen.

"Bei Design Thinking steht das Prototyping im Mittelpunkt. Im Rahmen dessen gibt es die Möglichkeit, das Produkt immer wieder auf die Kundenbedürfnisse hin zu prüfen und ggf. auch einen Schritt zurückzugehen."

Design Thinking und klassische Meilensteinplanung – sind das zwei Ansätze, die sich widersprechen oder ergänzen?

Diese beiden Ansätze ergänzen sich ganz klar. Wir sind bei der Produktentwicklung von Move it von der klassischen Meilensteinplanung zum agilen Ansatz übergegangen und haben aus beiden Methoden das beste übernommen. Die Flexibilität und agilen Techniken des Design Thinkings haben uns beim Prototyping und bei der Betrachtung der Kundenbedürfnisse sehr weitergeholfen. Die klassische Methode wiederum gibt uns durch ihre Struktur und Aufgaben pro Meilenstein einen Rahmen vor, in dem wir uns bewegen. Besonders wichtig ist dabei: Es sollte nie entweder/oder, sondern immer sowohl-als-auch sein, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.
 

Was waren die Gründe für die Anwendung des Design Thinking Ansatzes bei der Entwicklung von Move it?

Unser Ziel war, Produkte zu entwickeln, die den Anwender im flexiblen Arbeiten unterstützen. Das heißt, in ständig wechselnden Projektsituationen, aber auch im Meeting. Dazu mussten wir selbst die Rolle des Anwenders übernehmen. Nur so erkennt man die Bedürfnisse. Wir wussten aber auch von Beginn an, dass die Move it Caddys und Boxen keine klassischen Artikel sind, die nach einem Schema F entwickelt werden können – und das hat zur Anwendung des Design Thinking Ansatzes geführt. Der Design Thinking Ansatz ist ein Innovationprozess, er betrachtet die Kundenbedürfnisse und es wird auf dieser Basis ein passendes Produkt entwickelt. Und genau das war es, was wir bei der Entwicklung von Move it gebraucht haben.

Flexible Entwicklung von Move it durch Design Thinking
Innovationskraft und Flexibilität durch Design Thinking

Die Nutzerzentrierung ist ein zentraler Aspekt von Design Thinking. Wie spiegelt sich diese in Move it wider?

Das Kundenbedürfnis, in diesem Fall der Verwendungs-Use-Case, ist für uns der zentrale, übergeordnete Punkt bei der Produktentwicklung. Vor Beginn einer jeden Produktentwicklung werden die Kundenbedürfnisse analysiert und festgeschrieben. Im Rahmen des Projekts wird immer wieder überprüft, ob das Produkt und der jeweilige Entwicklungsstand immer noch dem Kundenbedürfnis entsprechen. Dabei hilft Design Thinking, da wir hier immer wieder den Kreis zurück zum Kundenbedürfnis drehen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.
 

Wie sah das multidisziplinäre Team im konkreten Fall von Move it aus?

Das Entwicklerteam bestand aus Produktmanagement, Qualitätsmanagement, externem Konstrukteur und externem Hersteller. Darüber hinaus haben wir natürlich immer ein noch größeres Team. Das ist bei SIGEL die Einkaufsabteilung und der Vertrieb, sowie die Abteilungen Marketing und Grafik.

Mit den Designern haben wir uns schon zu Beginn sehr viel abgestimmt, zum Beispiel in einem ersten Workshop mit Prototypen, damals sogar noch aus Styropor, mit Stoff umwickelt.

Unsere Insight-Journey begann mit Besuchen bei vielen Kunden. Wir sind in Büros gegangen, haben beobachtet, wie Menschen arbeiten, daraus Bedürfnisse ermittelt und diese in verschiedene Bereiche geclustert. Daraus sind drei neue Produkte entstanden: die flexiblen Meet up Boards, die Sound Balance Schallabsorber und das Transportsystem für Büromaterial Move it.

Auf Basis des gesammelten Wissens wurden im nächsten Schritt zusammen mit den Designern kreative Ansätze entwickelt: Wie könnte ein rollbares Aufbewahrungssystem für das flexible Arbeiten aussehen? Aus den verschiedenen Ansätzen und Konzepten haben wir uns für das entschieden, welches die Kundenbedürfnisse bestmöglich abdeckt.

Ein Erfolgsfaktor war, dass das Projektteam aus routinierten und eigenverantwortlichen Mitgliedern bestand, die sich gegenseitig geholfen haben, auch mal über den Tellerrand geschaut haben, zusammen funktioniert haben, wie Zahnräder, die ineinander greifen. Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das funktioniert, ist natürlich das Vertrauen der Führungsebene, die einen gewissen Spielraum zulassen muss.

Welche Vorteile von Design Thinking haben die Entwicklung von Move it entscheidend beeinflusst?

Besonders hat sich dabei die Innovationskraft gezeigt, deswegen haben wir für die Move it Reihe auch den German Innovation Award gewonnen. Nur durch die Ansätze, die wir aus dem Design Thinking übernommen haben, konnten wir ein wirklich innovatives und technisch ausgereiftes Produkt entwickeln. Die Flexibilität, die Online-Meetings, Abstimmungen zwischen Produktmanagement, Qualitätsmanagement, Konstrukteur und Entwickler und auch das Projektteam aus Internen und Externen hat uns enorm geholfen, schneller und flexibler zu werden.

Vielen Dank für das Interview.

Flexibel arbeiten mit dem Office Caddy System
Flexibel arbeiten mit Move it

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Flexibilität am Arbeitsplatz wird immer wichtiger. Homeoffice, Desk-Sharing, Activity-based Working oder projektbezogene Teamarbeit prägen die Arbeitswelt von heute. Mit dem neuen mobilen Office-System Move it bietet SIGEL die Lösung.