Netzwerkorganisationen

Arbeiten in dynamischen Netzwerken

New Work beschreibt einen Kulturwandel der Arbeit in Unternehmen hin zu kollaborativeren, agileren Arbeitsformen und weg von Silo- und Inseldenken. Wo dieser Wertewandel gelebt wird, stellt sich häufig die Frage nach einer Weiterentwicklung der Organisation: Die Netzwerkorganisation als Inbegriff einer sich selbst regulierenden Organisation kann angesichts sich schnell verändernder Rahmenbedingungen in der sogenannten „VUCA-Welt“ das richtige Entwicklungsziel sein. Professor Carsten C. Schermuly schreibt in diesem Zusammenhang über Leadership-Kultur und Organisationsstruktur:

„Wenn Sie die Strukturen in einem Unternehmen verändern wollen, dann müssen sich gleichzeitig die Strukturen in den Köpfen der Menschen verändern, die in diesen Strukturen arbeiten.“

Funktionsweise einer Netzwerkorganisation

Netzwerkstrukturen sind Teil der meisten New-Work-Konzepte, die Zusammenarbeit in neuen Arbeitswelten beschreiben. Sie ergeben sich aus der Dynamisierung von Märkten, die beschleunigte Lösungen von sich kontinuierlich verändernden Problemen von Unternehmen verlangen. Die Bündelung von unterschiedlichen Kompetenzen und Know-how im Unternehmen sowie die flexible Einbindung von Freelancern können neue Handlungsspielräume und Wettbewerbsvorteile verschaffen.

SIGEL - Netzwerkorganisationen Grafik

In klassisch strukturierten Unternehmen ist diese Form der Zusammenarbeit nicht neu, sie hat dort seit langem in bereichsübergreifenden Projekten mit definierten Zielen ihren festen Platz. Das Besondere an einer Netzwerkorganisation von morgen ist jedoch, dass sich Projekte und Teams kontinuierlich entlang von Kundenanforderungen orientieren.

Aus der klassischen Unternehmensstruktur wird also eine kreisförmige Organisation, die in sich zellenartig organisiert ist. Statt Funktionen arbeiten Netzwerkstrukturen mit Rollen, wie beispielsweise Hub (Informationserzeuger und -verbreiter), Gatekeeper (steuern den Informationsfluss), Pulsetaker (Beobachter) oder Connector (Informationsaustauscher).

Führung in Netzwerkstrukturen

Netzwerkorganisationen werden auf der oberen Ebene über die Vision und Mission geführt. Die eigentliche Führungsarbeit besteht einerseits im Setzen von Impulsen, im geschickten Kommunizieren und Moderieren, andererseits im Schaffen des Rahmens für die Arbeit. Die Führungskraft wird also zum Netzwerkadministrator. Damit ist sie eine Art „Hebamme, die mit ihrer Prozesserfahrung die Arbeit so organisiert, dass neues Wissen von den Mitarbeitern geboren werden kann.“ (Professor Carsten C. Schermuly)

Da Entscheidungen in Netzwerkstrukturen von mehr Beteiligten kollaborativ getroffen werden, kann die Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung stark variieren. Die Grundlage sind dann nicht mehr Hierarchie und Befugnis, sondern Kundenanforderungen bzw. die Schwierigkeit der zu lösenden Aufgabe.

Kompetenzen erkennen und richtig einsetzen – so geht’s

Wenn Mitarbeitern die Möglichkeit eingeräumt wird, an der Unternehmensentwicklung aktiv mitzugestalten, sind sie motiviert, sich mit noch mehr Leidenschaft in das Unternehmen einzubringen. Denn in Netzwerkorganisationen werden Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse mit einbezogen. Gegebenenfalls benötigen Entscheidungen dann etwas mehr Zeit. Jedoch tragen mehr Wissen und Ideen entschieden zur erfolgreichen Unternehmensentwicklung bei. Wer New Work lebt, bleibt stets in Bewegung. Und das wirkt sich positiv auf alle Unternehmensbereiche aus.

 

Zitate Professor Carsten C. Schermuly