Non-territoriale Arbeitsplätze

Neue Chancen für mehr Flexibilität

New Work als ganzheitliches Konzept verändert nicht nur die Art wie wir arbeiten, sondern stellt auch neue Anforderungen an die Raumgestaltung. Gerade Teamarbeit und die stärkere Flexibilisierung der Arbeitszeiten & ortsunabhängiges Arbeiten wie beispielsweise Home-Office sind hier wichtige Einflussgrößen. Büroräume sind heute so zu gestalten, dass sie ohne oder mit nur teilweise fester Belegung durch persönlich zugewiesene Arbeitsplätze funktionieren. Die Flexibilität einer Organisation spiegelt sich also auch in der Flexibilität der Arbeitsplatzgestaltung wider.

Non-territoriale Arbeitsplätze – das steckt dahinter

SIGEL - Non-territoriale Arbeitsplätze

Das Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation (IAO) hat in dieser Entwicklung hin zu mobilen Arbeitsplätzen und der damit verbundenen Flexibilität einige Vorteile für die Mitarbeiter festgestellt:

  • Die Mitarbeiter erfahren eine höhere Work-Life-Balance

  • Die Motivation steigt

  • Die Arbeitsergebnisse sind besser

  • Die Produktivität wächst

Das gelingt, wenn non-territoriale Büros gut auf die jeweils zu erledigenden Aufgaben abgestimmt sind. Und wenn alle Kollegen diese neue Unternehmenskultur verstehen, akzeptieren und die beschriebenen Vorteile sehen.

 

Non-territoriale Arbeitsplätze – ein paar Beispiele

    Google und Microsoft sind wohl die beiden Vorreiter-Unternehmen für neue Bürokonzepte. Ihre offenen, flexiblen, non-territorialen Offices zeigen, dass Arbeiten an immer unterschiedlichen Standorten im Unternehmen Kommunikation, Austausch und Kreativität fördert. Dabei gibt es unterschiedliche Arten, offene Bürokonzepte zu leben

    • Beim Desksharing teilen sich mehrere Mitarbeiter einen Schreibtisch, zum Beispiel Teilzeitkräfte oder Freelancer.
    • Roomsharing oder Flexible Office: In einem Raum tauschen die Mitarbeiter die verschiedenen Arbeitsplätze untereinander aus. Das kann auch eine komplette Abteilung sein.
    • Buildingsharing meint Roomsharing im Sinne des gesamten Gebäudes, also über alle Stockwerke hinaus.
    • Hotelling: Externe Freelancer haben die Möglichkeit, für eine gewisse Zeit einen Arbeitsplatz und die dazugehörige Infrastruktur wie Besprechungsräume und Technik zu nutzen.

    So können non-territoriale Arbeitsplätze aussehen

    Offene Bürostrukturen ermöglichen eine schnelle Kommunikation. Trotzdem braucht es auch Orte, an denen man sich zu Telefonaten oder kreativem Nachdenken zurückziehen kann. Gleichzeitig fördert ein Arbeitsplatz inmitten von anderen – bei administrativen Aufgaben beispielsweise – den Austausch und den Einblick in andere Arbeitsbereiche und -weisen.

    „Wie unsere Koordination und Kommunikation muss auch unser Büro ganz unterschiedlichen Bedürfnissen gleichzeitig gerecht werden: Wir brauchen Platz, um uns in wechselnden Teams zusammenzufinden, um Inspiration zu tanken und um uns zu koordinieren und zu konzentrieren.“ Aus „Thank god, it‘s Monday“ von Dark Horse Innovation

    Die folgenden Bestandteile für ein erfolgreiches non-territoriales Office halten wir daher für unbedingt wichtig:

     

    • Abgeschirmte Einzelbüros oder -kabinen

      Sie sind weiterhin nötig für Telefonate mit Geschäftspartnern oder kurze Einzelabstimmungen mit Kollegen.

    • Think Tanks

      Sogenannte Think Tanks können einzelne Sessel oder Sofaecken sein, die kreatives Brainstorming allein oder in einer kleinen Runde ermöglichen.

    • Work Spaces

      Work Spaces sind Meetingräume, in denen kreative Teamarbeit in Form von Workshops und Abstimmungsrunden durchgeführt werden. Diese Räume können auch gut für Stand-ups und retrospektive Meetings genutzt werden.

    • Ruhebereiche

      Ruhebereiche und Rückzugsmöglichkeiten sind ebenso wichtig in der neuen Arbeitswelt. Das können Lounge-Bereiche, aber auch Fitnessbereiche sein. Hier kommt es ebenso auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter an.

    • Mobile Möbel

      Wenn jeder Mitarbeiter jeden Tag an einem anderen Platz seine Arbeit aufnimmt, ist ein zentraler Ort für seine Unterlagen, sein Büromaterial sehr wichtig. Über portable Rollcontainer und ein abschließbares Fach im Eingangsbereich ist dies leicht umzusetzen. Seinen Laptop wird er eh bei sich tragen, vor allem, wenn er am Tag zuvor im Homeoffice war. Unser agiles Whiteboard Meet up hilft bei spontanen Meetings an jedem Ort.

    • Hotelling-Software

      Über eine Vielzahl an Organisationstools aus der Hotelbranche können Sie die Belegung der Schreibtische und Räume einfach und digital planen. So können sich Mitarbeiter direkt und im Voraus ihre Plätze buchen und sehen, wann, wo und wie lange sie frei sind.

    Mit einem gesunden Change-Management wird die schrittweise Einführung von Open Spaces und non-territorialen Arbeitsplätzen möglich. Je offener auch hier der Austausch, desto besser. In manchen Unternehmen wird es sich anbieten, die neue Arbeitsumgebung in Bereichen einzuführen, in denen ein fester Arbeitsplatz sowieso eine Seltenheit ist wie zum Beispiel im Außendienst. In anderen Abteilungen wird man Ängste wie Statusverlust oder Raub der Privatsphäre dann leichter überwinden helfen können, weil positive Beispiele die Vorteile belegen. Teamgeist wird territoriales Denken ablösen. Mehr Freiheiten in der Arbeitsumgebung werden die Identifikation des Einzelnen mit dem Unternehmen fördern, sodass Customer Centricity als zentrales Element der Unternehmenskultur gelebt werden kann.

    Tools für agiles und kollaboratives Arbeiten in modernen Arbeitswelten