Selbstorganisation & Freiheitsgrade

Auf dem Weg zur Holokratie

Der Trend zur Selbstorganisation von Teams ist dank agilen Systemen wie Kanban oder Scrum allgegenwärtig. Mitarbeiter handeln selbstbestimmt und selbstverantwortlich, teils wird sogar Führung und Entscheidungsfindung von den Teams selbst getragen. Unternehmen, die sich so organisieren, arbeiten dabei in Netzwerkstrukturen zusammen. Das konsequent zu leben heißt, nicht auf Führung zu verzichten, sondern Führung zur Sache des Teams zu machen.

Voraussetzungen für Selbstorganisation von Unternehmen

SIGEL - Selbstorganisation und Freiheitsgrade - Voraussetzungen

Wenn sich Unternehmen holokratisch orientieren, dann gelingt das nur unter bestimmten Voraussetzungen: Es verlangt nach Mitarbeitern, die sich selbst gut organisieren. Ebenso sind ganz grundlegende Fragen vorab zu klären, wie zum Beispiel:

  • Wer hat was zu sagen / zu entscheiden?

  • Wie wollen wir Entscheidungsprozesse gestalten?

  • Wie gehen wir mit Konflikten und Fehlern um?

Die Frage nach Führung wird also nicht hierarchisch von oben entschieden, sondern Führung bildet sich in selbstorganisierten Teams quasi auf natürliche Art und Weise. Diese neue Art von Führungskräften folgen anderen Prinzipien. Sie sind eher Motivatoren und Coaches. Darüber hinaus sorgen sie für Transparenz und dafür, dass aus Fehlern gelernt wird.

Was man mit dem Zulassen von mehr Selbstorganisation erreicht

New Work verlangt ein zeitgemäßes Führungsverhalten. Es geht nicht darum, sofort eine bestehende Organisation zur Holokratie umzubauen. Der Weg zu Selbstorganisation kann mit kleinen Schritten beginnen, indem geprüft wird, wo mehr Eigenverantwortung mehr Effizienz bringen kann. Eigenständigkeit als eine zentrale Arbeitsbedingung stärkt nicht nur die Motivation von Mitarbeitern, sondern fördert auch Kreativität und Innovationsleistungen.

„Wer innovative Köpfe will, muss innovative Arbeitsbedingungen schaffen.“ („Arbeit – die schönste Nebensache der Welt: Wie New Work unsere Arbeitswelt revolutioniert“ von Markus Väth)

 

Den festen Rahmen für diese Art der Organisationsstruktur kann die Führungskraft vorgeben. Wichtig dabei ist, dass sich die Mitarbeiter innerhalb dessen frei entfalten können. Denn New Work zeichnet sich durch große Freiheitsgrade aus. Das bedeutet, dass die Teammitglieder in Autonomie festlegen, was für Aufgaben Priorität haben, wann und mit wem sie diese erledigen, wie und auch wo. Bei allem, was sie tun, behalten sie die Mission des Unternehmens aber stetig im Blick. Neu ist, dass jeder von geringeren Abhängigkeiten und einem reduzierten Koordinationsaufwand profitiert. Dadurch wird alles schneller und einfacher – und effizienter.

SIGEL - Was man mit Selbstorganisation erreicht

Wie der Übergang zu Selbstorganisation gelingen kann

Grundlage für den Einstieg in die Selbstorganisation ist das Commitment innerhalb der Führungsebene. Risiken und Chancen sind abgewogen? Dann steht einem Wandel und der damit verbundenen Transformation zu einem erfolgreichen Unternehmen nichts mehr im Weg. Wer mutig ist, wird gemeinsam mit den Mitarbeitern daran wachsen. Denn selbstorganisierte Teams entstehen nicht über Nacht.

„Tatsächlich ist der Selbstorganisationsprozess niemals abgeschlossen. Teams müssen sich in Reaktion auf veränderte Anforderungen wiederholt neu aufstellen. Sie müssen rasch auf gewandelte Kontexte reagieren und ihre Agilität laufend unter Beweis stellen.“ (Dr. Siegfried Kaltenegger, Experte für neue Arbeits- und Unternehmensformen)

Haben sich selbstorganisierte Teams aber erst mal eingespielt, werden sie ihr Potenzial entfalten. Nun gilt es, weiterhin transparent zu kommunizieren, damit die effektive Zusammenarbeit fortgesetzt wird und so die Weiterentwicklung zum Gesamterfolg des Unternehmens beiträgt.